Vor einiger Zeit kam das Thema war ich beim Office Day in Berlin (das ist ein Offlinetag über den Moms Insider Club bei dem ich Mitglied bin).
Es ging um Visionsarbeit.
Damit einhergehend auch über die Werte, die eine Rolle dabei spielen. Für mich war Disziplin und Engagement auf einer Stufe. Ich konnte mich mal wieder nicht so richtig entscheiden 😉 jedenfalls kam die Rückfrage, ob das nicht zu hart ist?
Disziplin hat etwas Hartes. Es gab aber auch die Gegenmeinung, dass es sich bei Disziplin auch um Selbstliebe handelt für seine eigenen Vision zu arbeiten und nach Außen zu tragen. Mich lässt das nicht los, warum dieses Wort so eine große Spannweite hat und auslöst und nachdem mir diese Szene beim Brotzeit vorbereiten eben in der Küche wieder durch den Kopf ging habe ich kurzerhand beschlossen darüber nun zu schreiben bevor es in 20 Minuten weiter geht die Kinder zum Kiga fahren (wenn es mal kickt, dann umsetzen!)
Also lass und mal gemeinsam schauen, was für dich Disziplin eigentlich bedeutet. Was es in dir auslöst. Und vielleicht schaffen wir es ja dem Wort eine neue Bedeutung zu geben. Let’s go!
Was bedeutet ‚Disziplin‘?
Fangen wir mal mit der Definition an. Im Duden stehen tatsächlich vier verschiedene, aber wir schauen uns jetzt mal nur zwei davon an:
a) das Einhalten von bestimmten Vorschriften, vorgeschriebenen Verhaltensregeln o. Ä.; das Sicheinfügen in die Ordnung einer Gruppe, einer Gemeinschaft
b) das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen
Was löst das in dir aus? Da meine Neugierde mich immer weiter in einen Sog zieht, habe ich auch gleich noch die Etymologie hinterfragt und auf einige lateinische Begriffe gestoßen:
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disciplina = Erziehung, Wissen, Unterricht
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discipulus = Schüler
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capere = erfassen, begreifen
Interessant, oder? Disziplin bedeutet also nicht nur „Zucht“ im militärischen Sinn, sondern auch geistig etwas erfassen, lernen, wachsen. Vielleicht kommt daher diese Mischung aus Härte und Entwicklung, aus Widerstand und Selbstermächtigung.
Warum Hadern wir Kreativen mit dem Wort so sehr?
Ganz ehrlich, ich wollte nicht hören von Disziplin. Sehr lange. Das fing in der Kindheit schon an, weil es so oft in einem Atemzug genannt wird mit ‚Jetzt bleib doch mal bei einer Sache‘.
Das Wort war für mich nicht wirklich greifbar, ambivalent, negativ behaftet mit etwas, was ich nicht bin und auch nicht sein wollte.
Meiner Meinung nach macht die Kommunikation den Unterschied. Ein gutes Beispiel finde ich im Umgang mit Kindern.
Nehmen wir einmal an da gibt es ein Kind und dazu die Eltern. Das Kind klettert auf einen Baum.
Elternteil 1 sagt ‚Jetzt pass halt mal auf beim Klettern, ich hole dich da nicht wieder herunter‘
Elternteil 2 sagt ‚Wenn du nicht weiterkommst, gib Bescheid. Ach, du weißt nicht, wie du herunterkommen sollst? Schau mal, da ist ein dicker Ast direkt unter dir auf den steigst du, dann…‘
Du merkst den Unterschied? Mahnung/nicht greifbar vs. Begleitung/Anleitung. Es ist vermutlich keine allzu fiktive Geschichte, denn sie passiert ständig und es wiederholt sich. Und dasselbe Thema liegt hinter dem ‚Jetzt zieh doch mal durch du bist so undiszipliniert‚. Es ist schlichtweg nicht greifbar.
Was lässt sich denn ändern, damit es greifbarer wird? Es ist Kommunikation, Vorleben, zugänglich machen.
Disziplin als Akt der Selbstliebe
Und genau da liegt der Kern.
Es wurde viel zu oft nicht klar kommuniziert und differenziert. Sehr wahrscheinlich auch nicht genug reflektiert.
Was bedeutet Disziplin für dich?
Was bedeutet es für mich?
Das beruht am Ende lediglich auf einer Meinung. Nicht auf einem Fakt.
Für mich bedeutet Disziplin keineswegs jeden Tag um 4 Uhr aufzustehen, eine Stunde Sport zu machen, zwei Stunden arbeiten… das klingt für mich nach einem absoluten Grauen!
Für andere wiederum hat Disziplin etwas damit zu tun nach festgelegter Zeit etwas zu erledigen. Und es ist alles vollkommen fein!
Ich möchte hier nur klar machen, dass Disziplin nicht zwingend mit Kontrolle zu tun haben muss. Es darf Klarheit bringen. Die eigene Vision vorantreiben.
- Ein ‚Nein‘ zu Ablenkungen
- Ein ‚Nein‘ zu Überforderung
- Ein ‚Nein‘ zu ‚Ich muss noch dies oder das‘
- Ein ‚JA‘ zu ‚Ich darf alles machen, wonach mir jetzt der Sinn steht‘
Sei es eine Pause, sei es spontan einen Blogbeitrag schreiben, sei es eine Einheit Kraftsport.
Solange es auf dein Visionskonto eingeht.
Für praktische Tips, Impulse und Ideen klick dich hier zum zweiten Teil dieses Beitrags. Bis gleich 🙂

